Pausenzeichen

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Pausenzeichen sind kurze akustische Kennungen, die eine Identifikation der sendenden Station ermöglichen. Sie bestehen aus kurzen Melodien aus Volksliedern oder klassischen Werken, speziellen Kompositionen, oder anderen, mit der jeweiligen Rundfunkanstalt in Beziehung stehenden Tonfolgen (z. B. die drei Töne esfb für den Sender Freies Berlin).

Das Pausenzeichen wurde zentral vom Schaltraum aus mittels eines sog. Pausenzeichengebers auf die einzelnen Studios verteilt.

Da Pausen in und zwischen Sendungen in heutiger Zeit nicht mehr vorkommen, sind auch die klassischen Pausenzeichen verschwunden. Ihre Aufgabe übernehmen heute Jingles und Claims.

Inhaltsverzeichnis

Pausenzeichen verschiedener ARD-Anstalten

Bayerischer RundfunkSolang der alte Peter
Deutsche Welle„Es sucht der Bruder seine Brüder“ aus Beethovens Fidelio
Hessischer RundfunkElektronische Klänge (Komp.: Hermann Heiß, 1954); siehe auch untenstehende Äußerungen des Komponisten zum Entstehungsprozess des hr-Pausenzeichens.
Norddeutscher RundfunkEin Motiv von Brahms beim Sendestart 1956.
Radio BremenGralsglocke aus Wagners Parsifal
Saarländischer RundfunkFragment aus „Glück auf, der Steiger kommt“
Sender Freies BerlinDrei Töne: esfb
Süddeutscher RundfunkVolkstümliches Lied: „Jetzt gang i ans Brünnele…“
Südwestfunk Baden-BadenThema „Bald prangt, den Morgen zu verkünden…“ aus Mozarts Zauberflöte
Westdeutscher RundfunkBeginn des Liedes „In allen guten Stunden“ von Beethoven

hr-Pausenzeichen

Der hr setzte sich mit seinem seit 1954 und bis 1988 gesendeten Pausenzeichen bewusst von den melodiösen Signets der anderen ARD-Anstalten ab. Der ehemalige Hörfunk-Programmdirektor Henning Wicht begründete die Entscheidung für Heiß’ elektronische Klänge vor allem mit der Konkurrenzsituation, hervorgerufen durch den nach Hessen einstrahlenden Südwestfunk.

Zur Entstehung des elektronischen hr-Pausenzeichens äußerte sich der Komponist Hermann Heiß in einem Feature:

„Es ging damals ein Auftrag an den Kölner Rundfunk und ein Auftrag an mich. Es war 1955 die Zeit, in der die elektronische Musik eigentlich sich noch nicht durchgesetzt hatte, denn das erste Konzert mit rein elektronischer Musik fand erst 1956 in Köln statt. Aber der Hessische Rundfunk ist ja ziemlich voran mit den Entwicklungen immer und beauftragte mich ebenfalls, eine Reihe von Klangmodellen für Pausenzeichen zu produzieren. Ich wollte mir das nun am Tongenerator selbst anhören und dann entsprechend diesem rhythmischen Schema diese Klangmodelle produzieren. Ich fuhr nach Köln, dort war der Herr Schütz, der damals der Techniker des elektronischen Studios war. Der arbeitete nun mit mir, und wir brauchten also für das erste Klangmodell einen ganzen Tag Arbeitszeit. (…) Sechs Stunden für sechs Sekunden – das war schon ganz beträchtlich. Am zweiten Tag haben wir für das zweite Modell ebenfalls sechs Stunden gebraucht. Am dritten Tag habe ich gesagt, er möchte mich doch mal an die Apparatur lassen – normalerweise darf das ja ein Außenstehender nicht – und er ließ mich also an den Generator. Und ich habe versucht, nun nicht mit dieser umständlichen Arbeitsweise, mit Band kleben und so weiter, das ist so furchtbar zeitraubend, sondern improvisatorisch diese Klänge auf Band zu spielen, auf Band zu geben. Und Herr Schütz, der war an der Apparatur, und der hat das nach meinen Angaben gemäß gemischt. Das dritte Klangmodell konnte ich nun in zweieinhalb Stunden, ein viertes in anderthalb Stunden (produzieren); und jedenfalls, ich sah, wenn ich so weitermache, dann könnt’ ich ja wochenlang noch in Köln bleiben. Ich habe dann die Arbeit dort abgeschlossen und bin zurückgefahren nach Darmstadt und habe mich mit dem Frankfurter Sender in Verbindung gesetzt und habe gebeten, dass ich es dort produzieren kann mit Hilfe eines Technikers des Senders. Und wir produzierten im Ganzen – mit denen, die ich in Köln produziert hatte – 17 Klangmodelle sehr verschiedenen Charakters. Außer diesen 17 Klangmodellen von mir kamen noch 10 Klangmodelle vom Kölner Sender. Ich hab’ die nie gehört. Ich weiß nicht, welcher Art sie waren. Mir wurde gesagt, die haben Themen von Bach oder irgendwelche bekannten Volkslieder genommen, die elektronisch produziert waren, also temperierte Musik, während ich diese untemperierten und gerade für die elektronische Musik charakteristischen Klänge bevorzugte.“

Der hr entschied sich gegen Bach und für eines der Klangmodelle von Heiß. In der Originalfassung allerdings war es nie zu hören. Dazu Heiß:

„Rhythmisch hatte es einen kleinen, sehr vitalen Schwung am Schluss, der offenbar den Herren vom Rundfunkrat zu keck erschien. (…) Man hat uns gebeten, ich möchte das ändern und etwas beruhigen, so dass also jetzt das zustande kam, was wir jetzt kennen.“

Klangbeispiele

Vielen Dank an Guess who I am und Andreas Gerlach (SWF3-PZs)

Weblinks

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